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Meine 40-jährige Yogareise

Aktualisiert: 10. Feb. 2023

Yoga wurde vor 40 Jahren noch ganz anders in der Gesellschaft wahrgenommen und praktiziert, als dies heute der Fall ist. Im folgenden möchte ich meine Erfahrungen mit Yoga und die Veränderungen auch innerhalb der Yogabewegung kurz skizzieren.


Ich war noch nicht mal volljährig, als mein Nachbar mir erzählte, „ich gehe zu Yoga, ein Meister aus Indien ist gekommen “. Bis dahin wusste ich nicht, was Yoga ist und was ein Meister aus Indien bedeutet. Intuitiv wusste ich, dass dies für mich wichtig ist. Ich war neugierig und wollte auf jeden Fall dabei sein, wollte mehr wissen und kennenlernen. Ich musste diesen Besuch vor meinen Eltern geheim halten, denn sie waren der Meinung, dass Menschen, die Yoga praktizieren zu einer Sekte gehören. Ich war also bei der Veranstaltung und verstand nicht, weshalb vor Yoga vielfach gewarnt wurde. Wir haben dem indischen Meister zugehört, dessen Rede ins Deutsche übersetzt wurde, haben einige einfache Atemübungen gemacht und danach meditiert. Ich machte die Erfahrung, dass irgendetwas in meinem Körper passierte. Ich war irgendwie elektrisiert, ich sah Farben und Lichter, die ich damals nicht verstand. Ich fühlte mich gut, aber es machte mir auch ein wenig Angst.


Einige Jahre später in einer anderen Stadt auf einer Messe war ich bei einem weiteren Yoga-Vortrag „Gedanken verändern die Welt“ und lernte so den damaligen Leiter des Raja-Yoga-Zentrums, Wiesbaden, kennen. Dann begann ich dort regelmäßig zu meditieren und Vorträge zu besuchen. So gewann ich immer mehr das Vertrauen, dass Yoga einfach gut tut. Für mich existierte nur diese Form des Yoga. Dass es mehrere Yoga-Wege gibt erfuhr ich erst nach und nach. Für die körperliche Ertüchtigung hatte ich meine mehrmals wöchentlichen Aerobikkurse im Fitnesscenter und meinen Tanz. Ich kannte damals die Yogaform „Hatha-Yoga“ noch nicht.


Einige Jahre später, zwischenzeitlich lebte ich im Raum Koblenz, lernte ich bei einer anderen Messe den Mitbegründer von Yoga Vidya Deutschland, Herr Keschava Schütz, kennen und ab dieser Zeit war ich immer wieder im ersten Yoga-Vidya-Seminarhaus in Oberlahr-Westerwald. Neben Satsang, Meditation, Mantra Singen und Hatha-Yoga empfand ich die Menschen und die Gespräche mit ihnen als Segen. So entstand mehr und mehr das Bedürfnis neben Tanz auch Hatha Yoga, wie es Yoga Vidya praktiziert zu lernen, eine Ausbildung zu absolvieren und auch Yoga zu unterrichten.


Später kam eine Kundalini Yoga-Ausbildung nach Yogi Bhajan und eine Yin-Yoga Ausbildung nach Stefanie Arend dazu. Diese Yogastilarten sind ebenfalls dem Hatha-Yoga zuzuordnen.

Seit jener Zeit hat sich Yoga sehr verändert. Früher war Yoga mehr Achtsamkeit/Meditation und Atemübungen. Damals sprachen wir von Gymnastik und dies wurde verdrängt von Hatha Yoga, sozusagen als Hype/Mode. Yoga war für mich ein nach Innen gehen, Konzentration, Energieerfahrung, Lebensphilosphie. Wenn ich mir heute die Beiträge in Instagram ansehe, geht es oft um Akrobatik, um sich nach aussen hin zu zeigen. Diese Entwicklung hat den Vorteil, dass es inzwischen viele Studien gibt, die die positiven Wirkungen von Yoga belegen und die mehrheitliche Meinung von damals „Yoga sei Sektentum“ als Falschdarstellung entlarven.


Yoga ist wahrscheinlich das älteste ganzheitliche Übungssystem, das der Menschheit bekannt ist. Yoga soll sich weiter entwickeln, Yoga ist aber zu wertvoll, um seine Grundsätze zu verlieren. Yoga sollte für Jedermann geeignet bleiben, d.h. die körperlichen Übungen sollten eher den der Gesundheit des Menschen dienenden Charakter behalten. Yoga als aktive Meditation. So wie es bei meiner ersten Yogastunde vor über 40 Jahren im Rahmen des Raja-Yogas (der Königsweg) kennengelernt hatte. Von aussen nach innen, dieser Prozess der Persönlichkeitsentwicklung ist wichtiger denn je. Viele Menschen haben Probleme mit dem Loslassen, der Entspannung, sind gestresst, bewegen sich allein schon bei der Arbeit zu wenig oder zu einseitig. Die Menschen sind oft reizüberflutet, in einer immer schwierigeren und sinnentleerten Welt. Hier benötigt der Mensch ein System wie Yoga, die alle Bereiche unseres Seins abdeckt, z.B. auf die Frage nach dem Sinn des Lebens Antworten gibt.


Ich lade dich ein in Yoga tiefer einzutauchen. Alle Übungen können von Jedem ausgeführt werden, weil es individuell (so wie man es kann) ausgeführt wird. Es geht nicht um Leistung, mehr um eine aktive Innenschau. Du übst so wie es für dich möglich ist. Ich schaue, dass es dir dabei gut geht, dass du dich weder unterforderst noch überforderst, denn im Yoga geht es um persönliches Wachstum, dem Wachsen auf allen Ebenen deines Seins. Stillstand existiert in der Yogaphilosophie nicht.


Es geht um stetige Veränderung und Entwicklung deiner einzigartigen Person.

Nadine Narayani Lenz

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